Craniomandibuläre Dysfunktion

Unter der Craniomandibulären Dysfunktion (abgekürzt CMD) versteht man ein vielschichtiges Krankheitsbild, das die Fehlfunktion der Beziehung von Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula) beschreibt. Bedingt durch Störungen in der Funktion der Zähne, der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und der angrenzenden Strukturen stimmt das Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkiefer nicht mehr überein.


Oft entwickeln sich bei der craniomandibulären Dysfunktion die Störungen der Kaufunktion so schleichend, dass die Betroffenen erst nach einiger Zeit deutliche Symptome entwickeln. Diese liegen zum einen in typisch zahnmedizinischen Bereichen (abgeriebene Zähne, empfindliche Zahnhälse, Kiefergelenkknacken), können sich aber auch in orthopädischen Problemen wie Beckenschiefstand oder Bandscheibenproblemen manifestieren.

Diese komplexen Zusammenhänge sind häufig schwer zu diagnostizieren, daher müssen alle Fachrichtungen eng zusammenarbeiten, um eine umfassende und erfolgreiche Behandlung der craniomandibulären Dysfunktion anbieten zu können.


Symptome der craniomandibulären Dysfunktion

Die Symptome der craniomandibulären Dysfunktion können sehr vielfältig und unterschiedlich ausfallen, daher ist eine Diagnose zu Beginn oft schwierig. Häufig schmerzen bei Betroffenen die Kiefermuskulatur oder die Kiefergelenke beim Kauen. Typische weitere Symptome für die craniomandibuläre Dysfunktion können sein:

  • Eingeschränkte Mund-(Kiefer-)öffnung
  • Knacken oder Reiben der Kiefergelenke beim Öffnen oder Schließen des Mundes
  • Ausstrahlende Schmerzen in Mund, Gesicht, Kopf, Nacken, Schulter oder Rücken
  • Eingeschränkte Kopfdrehung
  • Kopfschmerzen
  • Kein "richtiger Biss"
  • Unangenehme Ohrenschmerzen


In Deutschland sind etwa 8% der Gesamtbevölkerung von einer CMD betroffen! Im Kleinkindalter sind die Symptome einer craniomandibulären Dysfunktion selten anzutreffen, die Häufigkeit steigt aber bis zur Pubertät deutlich an. Frauen im gebärfähigen Alter sind deutlich häufiger betroffen als Männer, nach den Wechseljahren lassen die Beschwerden aber meist nach. Im Alter ist eine craniomandibuläre Dysfunktion relativ selten.


Die ganzheitliche Kieferorthopädie sieht einen Zusammenhang zwischen anatomischen Gegebenheiten beziehungsweise Zahnfehlstellungen und Funktionen des Körpers. Oftmals befinden sich verschiedene Kräfte nicht im Gleichgewicht, und können durch Korrekturvorrichtungen wie bei der Crozat-Therapie wieder in ein harmonisches, gesundes und funktionierendes Gleichgewicht gebracht werden. Die unterschiedlichsten Parameter beeinflussen sich bei dieser Betrachtungsweise gegenseitig, in besonderem Maße werden Atmung und Körperhaltung mit der Gebissstellung in Zusammenhang gesehen. Auch psychologische Eigenheiten spielen bei der ganzheitlichen Therapierung einer craniomandybulären Dysfunktion eine Rolle. Der Patient wird unter allen Aspekten betrachtet und voruntersucht.

Wir empfehlen hierbei den MindLINK Test (siehe: www.mindlink.info)

 

Weitere Informationen zu den Therapiemöglichkeiten bei der craniomandibulären Dysfunktion / CMD finden Sie unter den untenstehenden Tabs:

 

CMD Therapie mit dem Bionator

Was ist der Bionator?

Der Bionator ist eine zahnspangenartige Vorrichtung, die für die ganzheitliche Kieferorthopädie entwickelt wurde. Ganzheitliche Kieferorthopädie bedeutet, dass der Zahn- / Kieferbereich stets auch im Zusammenhang mit den Funktionen und Beschwerden in den restlichen Organen des Körpers gesehen wird. Zahn- und Kieferfehlstellungen können sich wechselseitig auswirken, und beispielsweise Wirbelsäulenbeschwerden oder Tinnitusleiden verursachen. Die Behandlung mit dem Bionator soll zur Beseitigung solcher und ähnlicher Beschwerden dienen, welche oft auch einer craniomandibulären Dysfunktion zugeordnet werden.

Der Bionator wurde vom deutschen Zahnarzt Wilhelm Balters Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt.

 

Wie sieht der Bionator aus? Bionator

Der Bionator ist eine Apparatur, die einer losen Zahnspange ähnlich sieht,
im Mund getragen wird und herausnehmbar ist. Im Unterschied zu
Zahnspangen liegt der Bionator allerdings locker im Mundraum. Daher ist
es kein aktiv Druck ausübendes Gerät, sondern wirkt rein passiv, mehr oder
weniger als „Trainingsgerät“ für den Mund.

 

Wie wirkt der Bionator?

Der Bionator wirkt sowohl auf den Ober- als auch auf den Unterkiefer.
Nicht nur Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien, sondern auch Zungen-
und Lippenfehlstellungen können mit dem Bionator korrigiert werden. So befinden sich auch spezielle Vorrichtungen für
die Positionierung von Zunge und Wangen am Bionator. Durch das Fernhalten der muskulären Strukturen von der Zahnreihe kann ein erwünschter allmählicher Umbau des Kieferknochens vor sich gehen. Die ganzheitliche Wirkweise zielt zudem auf die Therapie anderer Beschwerden ab. Die sanfte Wirkungsweise wird über die Bewegungen des Mundes z.B. beim Schluckakt und beim Sprechen erklärt.


Wie wende ich den Bionator an?

Der Patient sollte mit dem Bionator regelmäßig Übungen durchführen, die Sprechen, Essen und Atmung betreffen. Unterstützend werden Körper- und Haltungsübungen empfohlen. Der Bionator sollte 16 Stunden täglich, also teilweise auch tagsüber, getragen werden, damit es zu einem Behandlungserfolg kommt, In der praktischen Anwendung des Bionators zeigt sich, dass sich einige der erwünschten Effekte tatsächlich ergeben können. Der Bionator hat nach seinen Befürwortern unter anderem positive Auswirkungen auf den Mundbereich, die Wirbelsäure, die Atmung, das Gehör, den Stoffwechsel, die inneren Organe, das Immunsystem, die Kopf- und Körperhaltung sowie den Bewegungsapparat des ganzen Körpers mit Muskeln, Knochen und Sehnen. Durch die sanfte Behandlungsform soll das Wohlbefinden des Patienten gesteigert werden, der Bionator wird meist wesentlich weniger gespürt als eine drückende und ziehende Zahnklammer.

Crozat Therapie

Was ist die Crozat-Therapie?

Die Crozat-Therapie ist eine Behandlung mit einer besonderen Form einer herausnehmbaren Zahnspange. Die Apparatur wurde um 1920 von Georg Bernhard Crozat entwickelt und wird heutzutage meist in der ganzheitlichen Kieferorthopädie eingesetzt.
 


Behandlung mit der Crozat-Therapie

Im Gegensatz zu den üblichen herausnehmbaren Geräten besteht die Zahnklammer bei der Crozat-Therapie nur aus einem metallischen Drahtgestell. Dieses besteht aus rostfreiem Stahl und Chrom, bleibt chemisch intakt und zeichnet sich durch eine hohe Stabilität mit gleichzeitiger Elastizität aus. Das Gestell für die Crozat-Therapie wird vor allem durch ringartige Formen an bestimmten Backenzähnen befestigt, und beeinflusst durch weit geschwungene Drähte die gewünschten anderen Zähne. Die Zahnspange kann je nach Aufgabenstellung an den verschiedenen Flächen der Zähne angreifen und sie nach und nach in eine gerade Position rücken.

Der Metalldraht wird alle vier bis sechs Wochen in einer kurze, schmerzlosen Sitzung immer wieder neu eingestellt.

Die Crozat-Therapie ist eine sanfte und schonende Methode, es wird nur ein geringer Druck auf die Zähne und den Zahnhalteapparat ausgeübt. Die Klammer zeichnet sich durch ein angenehmes Tragen aus. Ein weiterer Vorteil der Crozat-Therapie ist ästhetischer Natur, denn während des Tragens ist das Gerät von außen kaum auffällig. Auch das Sprechen wird kaum behindert, während man das dünne Drahtgestell eingesetzt hat. Getragen werden kann die Klammer bei der Crozat-Therapie fast den ganzen Tag, ausser beim Essen.


Wofür eignet sich die Crozat-Therapie?

Eine Crozat-Therapie kann bei nahezu allen Zahnfehlstellungen beziehungsweise bei einer craniomandibulären Dysfunktion und (nach Durchbruch bestimmter Backenzähne, die normalerweise ab 6 Jahren vorhanden sind) in fast jedem Lebensalter durchgeführt werden. Auch bei gewissen Schädigungen von Zähnen und Verankerung kann die Spange eingesetzt werden, wenn diese nicht zu stark sind. Die Crozat-Therapie kann einzelne Zähne wieder richtig positionieren, mit ihr kann aber auch die ganze Zahnreihe verschoben werden, z.B. bei einem Engstand sanft auseinandergedrückt werden. Bei der Korrektur bzw. Therapierung von Zahnfehlstellungen und Kieferfehlstellungen bzw. einer craniomandibulären Dysfunktion ergibt sich aus der Sichtweise von ganzheitlichen Kieferorthopäden auch eine positive Wirkung auf viele andere Beschwerden des Körpers, wie z.B. Wirbelsäulenprobleme, Tinnitus oder Atembeschwerden. Je nach Ausprägung des Befundes variiert die Behandlungsdauer der Crozat-Therapie, durchschnittlich beträgt sie etwa ein Jahr. Die Crozat-Therapie kann im Rahmen der ganzheitlichen Kieferheilkunde sinnvollerweise in Kombination mit dem Bionator verwendet werden, einer weiteren Art sanfter „Zahnspange“.