Eso-Watch

Staatsanwaltschaft sperrt die Denunzianten-Seite: Aus für „EsoWatch"

Der anonyme Internetpranger EsoWatch.com ist seit Montag, dem 25. Juni 2012 offline.

Es war schon wie eine Emp­fehlung, wenn ein Mediziner oder Autor einen Ein­trag bei EsoWatch hatte. Die im Jahr 2007 In­ternet-Plattform denunzierte al­les und jeden, was nicht 100-pro­zentig Mainstream-konform war, so zum Beispiel auch Mutter There­sa, den Dalai Lama oder den pharmakritischen SPD-Politiker Wolf­gang Wodarg.

Natürlich hatte auch Dr. J. Lechner einen Eintrag.

Gegen re­spektvolle Kritik ist natürlich nichts einzuwenden, sie ist im Gegenteil erwünscht und für einen frucht­baren Dialog unverzichtbar. Doch Eso-Watch blieb lie­ber anonym, ein Impressum suchte man vergebens. Allein das ver­stößt gegen deutsches Medienrecht.

Das Mobbing-Portal suchte sich in der Regel genau die Informati­onen über ihre Opfer heraus, die ihr verengtes, fanatisch schulwissenschaftliches (und nicht etwa naturwissenschaftliches) Weltbild stützten, wohingegen „entlasten­des“ Material unterschlagen wur­de.

Die Staatsanwaltschaften Lan­dau und München II nahmen wegen zahlreicher Klagen im Jahr 2010 Vorermittlungen auf und erkannten eine „besondere Schwere der De­likte“ an. Seit Januar 2011 ermit­telt die Amtsanwaltschaft Berlin gegen die Betreiber, da über 1000 Personen unter EsoWatch in ver­leumderischer Weise und/oder un­ter Verletzung des § 186 StGB (Üb­le Nachrede) dargestellt werden.

Mehrere Staatsanwaltschaften machten EsoWatch einen Strich durch die Rechnung und Ende Juli 2012 wurde  „die sekten­ähnliche, kriminelle Vereinigung Esowatch“ im Netz gesperrt.

Doch wie nicht anders zu erwarten tauchte nur wenige Tage später mit psiram.com eine Kopie der cyberkriminellen Pranger-Seite im Netz wieder auf.

Quellen: www.spiegelblog.net