Alternativen und Risiken

Gibt es Alternativen zur chirurgischen Kiefersanierung?

Meine Antwort aus 30 Jahren Kiefersanierung ist leider sehr zurückhaltend: Chronische Entzündungsprozesse können nur durch konsequente Beseitigung des Entzündungsareals ausgeheilt werden. Massive Antibiotikagaben sind in der Regel nicht zielführend und führen lediglich zu einer vorübergehenden Unterdrückung des Problems aber nicht zu einer Heilung. Sie sind also keine echte Alternative.

Gelegentlich kann versucht werden, über Injektion von homöopathischen Mitteln an oder in das betroffene Kieferknochenareal eine Ausheilung der Prozesse zu erreichen (Stabident-System). Klinische Erfahrungen hierzu sind in meinem Buch „Störfelder im Trigeminusbereich und Systemerkrankungen“ niedergelegt. Zur Zahnentfernung steht als Alternative die optimale Erneuerung alter Wurzelfüllungen in Verbindung mit einer Wurzelspitzenresektion zur Verfügung. Später kann nachgetestet oder mit dem OroTox®-Test bestimmt werden, inwieweit der Störfeldcharakter des revidierten Zahnes sich gebessert hat.

Die Anwendung dieser Alternativen muss von der Intensität der systemischen Entgleisung abhängig und von Fall zu Fall individuell diskutiert werden.


Risiken
einer Störfeldsanierung

Eine Störfeldsanierung ist nie ohne Risiko, denn niemand kann den erwarteten Erfolg mit Sicherheit vorhersagen oder garantieren. Der Erfolg ist auch von Mitarbeit und Lebensbedingungen des Patienten abhängig - wie Ernährung, emotionale Verfassung, usw. - Aber selbst wenn der unmittelbare Erfolg ausbleibt ist die Beseitigung von Störfeldern für den Organismus eine gewaltige Entlastung. Diese Entlastung kann dann häufig der erste Schritt zu einer echten Wiederherstellung der Selbstheilungskräfte des Organismus sein und schließlich zu einer dauerhaften Genesung führen. Jeder operative Eingriff in den Körper kann postoperative Narbenschmerzen mit sich bringen.

Eine konsequente Störfeldtherapie ist häufig mit größeren Eingriffen und Zahnverlust verbunden. Jeder Zahnersatz wird nach einer störfeldbedingten Zahnentfernung und Kiefersanierung aufwendiger und schwieriger. Daher ist jeder Radikalität und jedem Dogmatismus in der Störfeldtherapie eine klare Absage zu erteilenUmfang und Intensität der Störfeldsanierung müssen immer individuell bestimmt werden. Um dieser medizinischen Sorgfaltspflicht gerecht zu werden führen wir die umfangreichen bioenergetischen Teste durch (siehe "Ganzheitliche Störfeld-Teste").


Mögliche
Komplikationen
Im Allgemeinen gibt es keine größeren Komplikationen, die nicht beherrschbar wären. Trotzdem können natürlich in Einzelfällen auftreten:
 

  • Blutungen: Stärkere Blutungen sind während des Eingriffes selten, machen aber eine intraoperative Blutstillung erforderlich. Bei stärkeren Nachblutungen kann das erneute Eröffnen der Wunde, eine Tamponade oder eine operative Blutstillung erforderlich werden.

 

  • Entzündung (Eiteransammlung, Knochenentzündung): Selten kann es nach der Operation zu einer Entzündung z. B. auch der Kieferhöhle kommen. Weitere Behandlungsmaßnahmen sind dann notwendig: Eine Eiteransammlung (Abszess) muß eröffnet werden; eventuell muß mit Antibiotikagaben der Heilungsprozess unterstützt werden.

 

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie): gegen Betäubungs- mittel oder eingesetzte Medikamente: Sie äußern sich z.B. als Juckreiz, stärkere Reaktionen bis hin zu Kreislaufstillstand und Kollaps.

 

  • Nervenschädigungen: Bedingt durch den Nervenverlauf im Unterkiefer kann es zu einer Gefühlsstörung (z. B. Taubheitsgefühl, schmerzhafte Missempfindung) im Bereich von Unterlippe und Kinn, sowie der Unterkieferzähne des Zahnfleisches und der Wangeninnenseite auf der betroffenen Seite kommen. Der Zungennerv liegt auf der Innenseite des Unterkiefers und wird äußerst selten bei der Operation berührt, so dass es dann zu Gefühlsstörungen (z. B. Taubheitsgefühl, schmerzhafte Missempfindung) und einer Geschmacksstörung der vorderen Zungenhälfte auf der entsprechenden Seite kommen kann. Die genannten Nervenstörungen sind in der Regel vorübergehend und selten dauerhaft. Auch Injektionen können zu solchen vorübergehenden Nervschädigungen führen.

 

 Komplikation UK Nerv


 

Nach Operationen im Mund-Kieferbereich haben Sie vorübergehend mit Wundschmerzen, Schwellung, erhöhter Temperatur und eventuell auch mit Schluckbeschwerden, sowie Behinderung der Mundöffnung, zu rechnen - auch bei völlig normalem Verlauf.


Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Informationsmappe: Operative Sanierung von Zahnstörfeldern