Verblockung im Schädel als Störfeld

An den Vorurteilen gegenüber der ganzheitlichen Medizin mag es auch liegen, dass eine bemerkenswerte Entdeckung erst mit immenser Verzögerung in Deutschland bekannt wurde: Anfang dieses Jahrhunderts hat der amerikanische Osteopath William Sutherland erstmals ein Phänomen beobachtet, das der Chirurg Dr. Upledger seit 1970 im Rahmen eines ganzheitlichen Modells auf eine wissenschaftlich anerkannte Grundlage gestellt hat. Diese Pioniere haben entdeckt, dass es neben dem Herz- und dem Atemrhythmus einen dritten Rhythmus gibt, der bereits im fünften Schwangerschaftsmonat beginnt und vier Stunden über den Tod hinaus andauert. Sie haben diese Zyklen "breath of life" oder "primäre Atmung" oder "cranio-sakralen Rhythmus" genannt, wobei Cranium den knöchernen Schädel bezeichnet und Sakrum das Kreuzbein.

Dieses cranio-sakrale System ist ein wichtiges Glied in der Kette von zusammen wirkenden Untersystemen, die die Schulmedizin gerne als isolierte Dinge behandelt.  Deshalb ist die Beachtung dieser Rhythmen ein wesentlicher Bestandteil einer Ganzheitlichen Zahnheilkunde. 

Nachdem ich gemeinsam mit van Assche und Rossaint bereits 1991 das erste Buch über diese Entdeckung in deutscher Sprache veröffentlicht habe, hat sich die Craniale Osteopathie auch in Deutschland verbreitet und als ebenso sanfte, wie auch erfolgreiche Behandlung viele Patienten und Therapeuten überzeugt. Heute – 15 Jahre später – werden auch an der Universität München Kurse über die anatomischen Grundlagen der Cranialen Osteopathie abgehalten. Für den zahnärztlichen Patienten ergeben sich aus den neuen Erkenntnissen natürlich auch neue Lösungen für alte und unerkannte Probleme.

 


Für den weiter Interessierten:

Ausführlich stelle ich die Bewegungen der Schädelknochen dar in dem Buch:

Rossaint/Lechner/v.Assche:“ Das cranio-sakrale System“ Hüthig-Verlag Heidelberg,

(2. Auflage 1996) 

Der Zustand der Wirbelsäule einschließlich Kiefergelenke, Kopfgelenke und Kreuzbein ist demnach wichtig für das Funktionieren von Organen, Muskeln und Nerven.  Störungen der Wirbelsäule können viele Krankheiten - von Asthma bis zu Bluthochdruck - verursachen. Leben ist rhythmischr Wechsel von Ausdehnung und Zusammenziehen und beschreibt damit ein zweiphasiges Prinzip, das jedem Leben innewohnt: Ausatmung und Einatmung, Schlafen und Wachen, Ruhe und Aktivität, Ausscheidung und Aufnahme, Vergehen und Wachsen, Beweglichkeit und Starre, Leben und Tod. Die pulsierenden Veränderungen der Schädeldimensionen wirken sich auch auf die darunterliegenden Organe aus: Auf das Zentrale Nervensystem und auf die Drüsen, die die gesamten Hormone steuern. Auch die Zirkulation der Gehirn- und Rückenmarksflüßigkeiten sind von dem „Atemrhythmus“ des knöchernen Schädels abhängig. Praktisch jeder Patient berichtet nach einer cranio-sakralen Behandlung von tiefgreifendem Wohlgefühl. Es mag für den Laien kaum glaubhaft klingen: Obwohl sich Zahnheilkunde doch im menschlichen Schädel abspielt, kümmert sich der Zahnarzt in aller Regel nicht um die Bewegungen dieses Schädels. Herzrhythmus, Atemrhythmus und Verdauungsrhythmus sind uns in der Medizin schon allzu selbstverständlich geworden, als dass wir noch viel darüber nachdenken würden:

Der Schädel ist nicht ein knöcherner Stahlhelm, der ausschließlich Schutz- und Haltefunktion für die darunterliegenden Hirnanteile hat. Aber in der Zahnmedizin sind der knöcherne Schädel und die Schädelatmung ein weitgehend vernachlässigter Faktor. Die Zahnmedizin hat das Problem, das hochkomplexe Schwingungsgefüge eines cranialen „Atemrhythmus“ mit der starren Mechanik  von Zahnersatz und Zahnspangen zu verbinden.

Wenn wir uns durch die vorausgegangenen Überlegungen für das grazile Schwingungsgefüge des Schädels sensibilisiert haben, muss die Vorstellung festsitzender Apparaturen gerade im sich entwickelnden kindlichen Gebiss innere Widerstände hervorufen. Wieweit die für jeden sichtbaren Metallbänder unserer Kinder zur Zahnregulierung die Schwingungsfähigkeit und den Bewegungsrhythmus des gesunden Schädels einschränken, ist leicht vorstellbar.  Die Frage für jeden Betroffenen ist:  Wie gehen Kieferorthopädie und Zahnheilkunde mit dieser neuen Erkenntnis um? Besteht nicht die Gefahr, dass die starre Verbindungen von Zahn zu Zahn im Kieferbereich eine Fixierung schafft, die ein chronischer Stressfaktor für den Körper sein kann? Wie stark Gesundheit und Leistungsfähigkeit eines Kindes durch die starre Verblockung üblicher festsitzender Zahnspangen eingeschränkt und irritiert sein können, zeigt die folgende Krankengeschichte eines 13-jährigen Mädchens: Erfahrungsbericht 1

Wenn die heranwachsenden Kinder unter der starren Verblockung der Schädelknochen leiden, warum nicht auch Erwachsene durch festsitzende Brücken? Im Bewegungsgefüge des Schädels verläuft in der Mitte des Oberkiefers eine wichtige Linie. Diese Mittellinie zieht sich am höchsten Punkt des harten Gaumengewölbes von vorne nach hinten zum weichen Gaumen. Sie beginnt zwischen den oberen mittleren Schneidezähnen und bildet eine Art Scharnier, um das sich die beiden Gewölbeteile des Oberkieferknochens bewegen. Die Bewegungen laufen dabei so, dass das Gaumengewölbe einmal breiter und etwas flacher wird und bei der Gegenbewegung höher und schmäler. Das Problem für die Zahnärzte ist, dass sie für eine Brücke im Oberkiefer häufig diese Mittellinie im Oberkiefer fest verblocken müssen, um fehlende Zähne ersetzen zu können. Was daraus für Gesundheit und Wohlbefinden folgen kann, zeigt der Fall meiner erwachsenen Patientin: Erfahrungsbericht 2

 

 

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Orthokraniale Diagnostik

Zähne-Knirschen und Emotionen