Titanimplantate und ihre Verträglichkeit

Warum untersuchen wir die Verträglichkeit Ihrer Titanimplantate auf Ihr Immunsystem?

 

Zahnimplantate sind Fremdmaterialien, die in den Kiefer eingesetzt werden. Sie übernehmen im Kieferknochen die Funktion künstlicher Zahnwurzeln. Zahnimplantate bestehen üblicherweise aus Titan.

Ist Titan immer verträglich? Das Problem: aus den eingesetzten Titanimplantaten können sich Spuren des Metalls lösen. Dabei bilden sich sofort Titanoxidpartikel, welche sich im umliegenden Gewebe ablagern. Diese, nur wenige Mikrometer großen Partikel, sind für die Mehrheit der Patienten unproblematisch, da das Immunsystem sie ignoriert. Bei einigen Patienten reagieren jedoch die Immunzellen im umliegenden Gewebe auf die freiwerdenden Titanoxidpartikel aus den Titanimplantaten mit einer Entzündungsreaktion. In einem solchen Fall kommt es zur Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen des Immunsystems, die man Zytokine nennt. Die entscheidenden entzündungsfördernden Zytokine sind Interleukin 1 (IL1) und TNF-alpha.

 

 

Titan-Stimulationstest 

Titan-Stimulationstest mit erhöhter Freisetzung von TNF-a und IL1-b nach Stimulation von Makrophagen/Monozyten mit Titandioxidpartikeln.

 

 

Kann man die individuelle Entzündungsbereitschaft durch Titanimplantate untersuchen lassen?

Ja. Mit einem modernen Test kann man heute die Reaktionsbereitschaft Ihrer Blutzellen auf solche Implantate bzw. Materialien testen. Bei dieser Untersuchung werden Ihre Blutzellen im Labor mit Titanpartikeln stimuliert und anschließend die Menge gebildeter Entzündungsbotenstoffe gemessen. Es gibt Personen, die mit einer „überschießenden“ Entzündung reagieren. Wichtig ist es, das erhöhte Risiko zu kennen, um frühzeitig auf Systemerkrankungen durch diese entzündungsfördernden Botenstoffe reagieren zu können.

 

 

GenoTyp-Befund mit erhöhter Entzündungsaktivität 

GenoTyp-Befund mit erhöhter Entzündungsaktivität

 


Müssen Sie bei Unverträglichkeit ganz auf Titanimplantate verzichten?

Wegen der oben geschilderten Gefahr einer Sensibilisierung verzichten wir in unserer Praxisklinik seit Jahren auf Titanimplantate, und implantieren als verträgliche Alternative Keramikimplantate.

Weiterführende Informationen zu Keramik-Implantaten und finden Sie hier