Strahlenschutz beim Ultraschall

Strahlenschutz, Röntgenverordnung und TAU:

Ein weiterer, entscheidender Aspekt zur Anwendung der unschädlichen Ultraschalluntersuchung ergibt sich aus der Röntgenverordnung (RöV vom 30.04.2003). Der Betrieb von Röntgengeräten ist wegen der biologischen Wirkung von ionisierenden Strahlen (auf DNA, Chromosomen und Teilungsfähigkeit jeder Körperzelle) gesetzlich streng geregelt.
Nach §15 Strahlenschutzgesetz ist der Strahlenschutzverantwortliche (hier Dr. J. Lechner) verantwortlich dafür, dass

  • jede Strahlenexposition von Menschen zu vermeiden
  • jede Strahlenexposition von Menschen unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles auch unterhalb der festgesetzten Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.

 

Die wichtigste Maßnahme zur Gewährleistung eines strahlenhygienischen Vorgehens ist die rechtfertigende Indikation. Hier gilt das „ALARA“-Prinzip („aslowasreasonablyachievable“) als Leitsatz. Es besagt, dass medizinische radiologische Diagnostik so eingesetzt werden soll, wie sie mit möglichst geringfügiger Patientendosis ein sinnvolles Ergebnis bietet. Dabei sind alternative Verfahren mit geringerer Exposition in Betracht zu ziehen [1]. Die effektive Dosis der drei Verfahren Panoramaschichtaufnahme, DVT und Computertomogramm verhält sich in etwa wie 1 : 10 : 100 [2, 3]. Schlussendlich bedeutet die Anwendung dieses Prinzips, dass vor allem unnötige Untersuchungen und Doppeluntersuchungen tunlichst zu vermeiden sind. Sind demzufolge selbst auf einer 3D-DVT-Aufnahme keine Hinweise auf eine Osteopathie sicher zu erkennen, lässt sich - bei anhaltendem anamnestischem Verdacht - mit Hilfe von TAU eine Computertomografie vermeiden, die eine hundertfache Stahlenbelastung gegenüber einer herkömmlichen 2D-Aufnahme für den Patienten mit sich bringt. Die TAU-Messung als drittes bildgebendes Verfahrung ist gegenüber dem CT mit null Emissionsbelastung zu verbuchen.

Die völlig unbelastende TAU-Ultraschallmessung ist demnach als Messgerät der Knochendichte geeignet, um weitere diagnostisch bedingte Strahlenbelastung (CT, Szintigrafie o.ä.) im Sinne des §15 zu vermeiden. Die Ablehnung der unbelastenden TAU-Ultraschallmessung von Seiten von Kostenträgern und Gutachtern kommt damit einer indirekten Aufforderung gleich, gegen §15 Strahlenschutzgesetz zu verstoßen und behindert die Vermeidung einer unnötigen Körperverlletzung nach §15 Strahlenschutzgesetz.

 

 

[1] Richtlinie 97/43/Euratom des Rates vom 30. Juni 1997. Amtsblatt Nr. L 180 vom 09/07/1997:22–27
[2] Ludlow JB, Ivanovic M: Comparative dosimetry of dental CBCT devices and 64-slice CT for oral and maxillofacial radiology. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral RadiolEndod 106, 106–114(2008)
[3] Schulze R: Strahlendosis bei der röntgenologischen Bildgebung für implantologische Fragestellungen im Vergleich: Intraoral-, Panoramaschichtaufnahme, DVT und CT. Implantologie 17, 377–386 (2009)